Ein Buch ist ein Buch, ist ein Buch, ist eine Buch …

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und was ist ein Künstlerbuch?
Ja, ich weiß, politisch korrekt muss es heute wohl KünstlerInnenbuch heißen … wie auch immer …  sind diese Bücher „eigenständige Kunstwerke, die allgemein das Buch zum Gegenstand eines künstlerischen Konzepts gemacht haben; in der Kunst der Gegenwart überschritten diese Konzepte auch die Grenzen des Buches als Objekt. Sie werden als Originalarbeit von Künstlerhand geschaffen oder erscheinen nach der Idee des Multiples auch in autorisierten Auflagen.“ (Quelle: Wikipedia)

Für die Edition „Le Bateau ivre“ arbeite ich zur Zeit an einem „Künstlerbuch“. Thematische Vorgabe des Editors: Literatur, Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Ich habe Gertrude Stein zum Thema meines Buches gemacht.
In den Fokus meiner Arbeit stelle ich vor allem die Beziehung Steins zu Alice B. Toklas – ihrer lebenslangen Muse, Vertrauten, Kritikerin und Lebensgefährtin. Ist Gertrude Stein ohne Alice B. Toklas überhaupt denkbar?
Visuell zitiere ich vor allem die 1936, im Studio von Cecil Beaton, entstandene Fotoserie der beiden Frauen und einige wenige Gedichte Steins. In ihrer schriftstellerischen Arbeit setzte sich Gertrude Stein über sprachliche und literarische Konventionen hinweg. Kubismus in der Literatur. Stein schuf Beziehungen zwischen unterschiedlichen und gleichen Wörtern. Wiederholungen die sie als Insistieren bezeichnete, da sich Bedeutungen durch das Wiederholen verändern. Diesen Gedanken greife ich auf – wiederhole in unterschiedlichsten Darstellungsarten meine Lieblingsgedichte Steins – bis hin zur Verschmelzung der Gedichte zu einem Gedicht.

Die Poesie der kleinen Dinge

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Fundstücke – verloren gegangenes, zurück gelassenes, weggeworfenes – Notizen, alte Fotos, Briefe, Ansichtskarten… Ich begegne diesen Schätzen mit Ehrfurcht, stecken sie doch voller Geschichten von Menschen die sie hinterlassen haben. Welche Träume und Sehnsüchte hatten diese Menschen? Wie verlief das Leben der Frau auf dem Foto? Wären wir befreundet gewesen hätten wir uns gekannt?

In der Serie „Das Leben der anderen“ habe ich nun begonnen die Schätze, die ich vor einigen Jahren aus Nachlässen bekommen habe zu verarbeiten. Die Korrespondenz der Menschen blitzt immer nur in kleinen Ausschnitten auf. Eine geheimnisvolle Zeitreise in genähten Collagen die ihre Privatsphäre wahren, zum Träumen und erfinden eigener Geschichten anregen.

Neulich am roten Teppich …

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Zum 12 mal fand heuer, am 22. Juni, die „Rote Nacht“ des BSA OÖ in Linz statt. Mein persönliches Highlight war natürlich der rote Teppich. Nicht weil ich mit High-Heels darüber stolzieren wollte (ich trug Flip-Flops), sondern weil bei dieser Veranstaltung der rote Teppich nicht (nur) persönlichen Eitelkeiten dient. Gesäumt mit Werken der BSA- ART-Gruppe OÖ wurde er vielmehr zum Art-Walk! Zum Thema „Starke Frauen“ waren Werke von Monika Breitenfellner, Mariam Chikava, Werner Horvath, Renèe Kellner, Manfred Koutek, Nino Lomsadze, Schanitta Sant Misch, Renate Moran, Insook Park, Andrea Penz, Christine Osterberger, Paul Osterberger, Irene Wölfl und Julius Evangelist Wasserholz zu sehen.

Japan in Wien

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In Zusammenarbeit mit dem Tricky Women Filmfestival legt die Galerie KRO ART CONTEMPORARY in ihrer aktuellen Ausstellung den Fokus auf die Trickfilmszene in Japan. Ergänzend dazu findet am kommenden Wochenende in der Galerie das Kirschblütenfest statt. Ein feines Angebot an Ausstellern und Ausstellerinnen mit Mode, Schmuck, Produktdesign, Papeterie, Porzellan und Kunst. Auch ich wurde eingeladen und werde mit ein paar kleinen Arbeiten zum Thema Japan vertreten sein.

Sa 25. 3. 2017,  12:00 – 20:00 Uhr / So 26. 3. 2017 12:00 – 18:00 Uhr / Galerie KRO ART CONTEMPORARY / Getreidemarkt 15 / 1060 Wien

Starke Frauen & Roboter!?

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Ein Ausstellungstitel der verwirrt – wie passt das zusammen?

Roboter erledigen alle Arbeiten ohne zu murren, arbeiten ununterbrochen und sind nie krank … Roboter sind also wie Frauen … wie Mütter die sich ganz selbstverständlich neben Fulltimejob um Haushalt und Kinder kümmern … ok – manche Männer helfen mit – aber die Hauptlast der Arbeiten im Haus bleibt auch im 21. Jahrhundert oft an den Frauen hängen. Starke Frauen & Roboter – passt also doch irgendwie.

Das Nest Comic Festival in Linz hat heuer Roboter zum Thema gemacht – die „Starken Frauen“, Jahresthema der bsa:Art Gruppe, haben sich dazugesellt.

16. März 2017, 20:30 Uhr, Club-Galerie der Dr. Ernst Koref-Stiftung, Linz, Landstraße 31, 1. Stock

Starke Frauen on Tour

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Heute geht’s nach Linz – zweite Station der Ausstellungsserie „Starke Frauen“ in Oberösterreich. Ich freue mich über die Einladung zu dieser Ausstellung in der AK Linz. Die AK hat keine Mühen gescheut um mein Größtes Bild nach Linz zu transportieren – „Breakfast at Tiffany’s“, 200 x 125 cm aus dem Jahr 2010 wird somit heute zum erst zweiten mal in einer Ausstellung zu sehen sein. Neben einem Bild aus dem Jahr 2012 habe ich 4 komplett neue Arbeiten für diese Ausstellung gemacht. Ich freue mich schon sehr auf die Vernissage mit meinen Künstlerkolleginnen Schanitta Sant Miksch, Renate Moran und Elisabeth Rathenböck.

„Starke Frauen“
Di. 14. März 2017, 19:00 Uhr, Arbeiterkammer Linz, Volksgartenstraße 40

Starke Frauen Teil 1 – ein kleiner Rückblick …

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Nach arbeitsreichen Wochen war es am 5. 3. 2017 soweit – Vernissage im Papiermachermuseum Steyermühl (OÖ). 27 Künstlerinnen und Künstler der bsa:art-Gruppe OÖ präsentierten ihre Arbeiten zum Thema „Starke Frauen“ im beeindruckenden Ambiente des Papiermachermuseums Steyermühl. Andrang und Freude waren groß – hier nur ein paar wenige Impressionen – wer mehr sehen will sollte einen Ausflug nach Steyermühl nicht scheuen. Die Ausstellung dauert offiziell bis 17. März aber es wird gemunkelt, dass bis Ende des Monats verlängert wird! Das Papiermachermuseum ist in jedem Fall immer einen Besuch wert.

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Links zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern: Carlos Anglberger / Monika Breitenfellner / Mariam Chikava / Ernst Hager / Werner Horvath / Paul Jaeg / Renée Kellner / Kurt Kopta  / Manfred L. Koutek / Georgina Lovelady Krausz / Nino Lomsadze / Schanitta Sant Miksch / Kurt Mitterndorfer / Renate Moran / Christine Osterberger / Paul Josef Osterberger / Insook Park / Andrea Penz / Darina Peeva / Mona Peirhofer / Elisabeth Vera Rathenböck / Ingeborg Rauss / Denys Savchenko / Helga Schager / der steiner / Anne-Bé Talirz / Julius Evangelist Wasserholtz  / Irene Wölfl

Was ist die Antwort? Was ist die Frage?

gertrude_steinGertrude Stein (1874 – 1946)
Gertrude Stein schrieb experimentelle Romane, Essays, Gedichte und Bühnenwerke, in denen sie sich über sprachliche und literarische Konventionen hinwegsetzte. Die Sprachpionierin war ihrer Zeit um einige Schritte zu weit voraus und galt ihren Zeitgenossinnen und Zeitgenossen lange als unverständlich. Erst spät, mit fast 60 Jahren, erfuhr ihr literarisches Werk, breite öffentliche Anerkennung. Bekannt wurde Gertrude Stein der Öffentlichkeit jedoch lange vorher als Kunstsammlerin und -mäzenin. Ihr Pariser Salon in der Rue de Fleurs wurde Anfang des 20 Jhd. schnell zum Zentrum der schriftstellerischen und malerischen Avantgarde. Über viele Ihrer Freundinnen und Freunde schuf sie ab 1908 „Wort-Portraits“ mit denen es ihr gelang den Kubismus literarisch umzusetzen. Das erste Wort-Portrait widmete Gertrude Stein ihrer Muse: Alice. B. Toklas – ihrer lebenslangen Gefährtin, Geliebten, Vertrauten, Beraterin, Verlegerin …

Gertrude Stein war eine faszinierende, starke Frau, deren literarische Tätigkeit sowie ihr Engagement als Kunstsammlerin und -mäzenin, mich nachhaltig beeindrucken. Als bildende Künstlerin inspirieren mich ihre Texte und als ebenso leidenschaftliche Kunstsammlerin beneide ich sie – sind meine Mitteln zum Sammeln doch leider begrenzter.

Stil ist die Geliebte der Kunst.

coco_chanelGabrielle „Coco“ Chanel (1883 – 1971)

Gabrielle „Coco“ Chanel war Anfang des 20 Jhd. Wegbereiterin einer, zu dieser Zeit revolutionären, Damenmode. Schlichte Eleganz mit funktionalen Schnitten und klaren Linien waren die Markenzeichen in ihrer Couture. Zu einer Zeit als selbstständig arbeitende Frauen argwöhnische beäugte „Exotinnen“ waren begründete sie das Modeimperium Chanel das noch heute zu den größten und bedeutendsten der Modebranche zählt. So klar sie in ihrem Modestil war – so undurchsichtig und verworren war sie in ihrem privaten Leben. Ihre Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen versuchte sie zeitlebens zu verschleiern. Sie kreierte ihre eigene Legende und galt als schwierige, wilde und launische Person. Vielleicht waren es jedoch gerade diese Eigenschaften und die Härte zu sich selbst, die sie zur herausragenden Persönlichkeit der Modegeschichte werden ließen. Bis zu ihrem Tod war sie eine besessene Arbeiterin die für ihr Werk und ihre Ideen „brannte“. Sie sah von Anfang an, wie ihr diese Arbeit ein selbst bestimmtest, von Männern finanziell unabhängiges Leben, ermöglichte.

Es ist diese Besessenheit für ihre Arbeit, die mich an Coco Chanel fasziniert. Der unermüdliche Glaube an sich selbst, der Pioniergeist und die Ideen die sie zu Meilensteinen der Modegeschichte formte – wie z.B. „das Kleine Schwarze“ (1920), das „Chanel-Kostüm“ Mitte der 1950er Jahre und natürlich das Parfüm „Chanel N°5“ (1922).

Ist für Coco Chanel „Stil die Geliebte der Kunst“, so ist für mich und meine Arbeitsweise „Mode die Schwester der bildenden Kunst“.

Starke Frauen

titel_steyrermuehlStarke Frauen in Oberösterreich – eine Ausstellung zum Weltfrauentag

Künstlerinnen und Künstler der BSA-Art Gruppe widmen sich heuer in ihren Arbeiten dem Thema „Starke Frauen“ – einer Hommage an bekannte und weniger bekannte Frauenpersönlichkeiten, die sich durch Mut und Stärke auszeichnen. Eine Serie von Ausstellungen ist geplant – gestartet wird am 5. März 2017 im Papiermachermuseum Steyrermühl.

Nun bin auch ich zu dieser Ausstellungsserie eingeladen – nicht weil ich eine starke Frau wäre – im Gegenteil, fühle ich mich bei den Arbeiten zu dieser Ausstellungsserie eher schwach. Es hat doch sehr lange gedauert einen für mich befriedigenden Workflow zu erreichen. Das mag zum einen daran liegen, dass für die erste Ausstellung mit Papier gearbeitet werden MUSSTE, zum anderen, dass im Vorfeld jede Menge Recherchen nötig waren. Offenbar habe ich zu lange recherchiert … doch nun läuft’s! Leider läuft mir nun auch die Zeit davon. Workflow vs Timeflow.

Doch ich werde es schaffen – mit den Arbeiten für die Ausstellung im Papiermachermuseum bin ich im Finish – ich bin also doch eine starke, vielleicht etwas langsame, Frau.